Ernte passabel trotz Wetterkapriolen

„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ Die Bauernregel zum Siebenschläfer hat sich in diesem Sommer mehr als bestätigt.

Wenn die hochsommerlichen Monate Juli und August insgesamt zu kühl und zu nass sind, dann leiden die Schulkinder, die ihre Ferien nicht genießen können. Feriengäste in Schleswig-Holstein sind gezwungen, sich ein Indoor-Programm zu überlegen. Für die schleswig-holsteinischen Landwirte kann das sehr wechselhafte Wetter ernste Folgen haben. Sie müssen um ihre Erträge im Getreide- und besonders im Rapsanbau fürchten.

Claus Heller, Präsident der Landwirtschaftskammer, zog letzte Woche gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium und Bauernverband Schleswig-Holstein Bilanz: „Das Anbaujahr 2017/2018 war durch einen sehr günstigen Witterungsverlauf geprägt – bis zum Siebenschläfer. Die Weizenernte steht nun vor dem Abschluss. Erneut haben die Landwirte in Schleswig-Holstein eine unterdurchschnittliche Rapsernte zu verzeichnen, wenn auch besser als im vergangenen Jahr. Trotz des Wetters ist die Getreideernte recht passabel ausgefallen." Hohe Trocknungskosten und mäßige Erzeugerpreise werden jedoch die Erlöse im Ackerbau in diesem Jahr mindern.

Gute Nachricht für die Verbraucher: Die Preise bleiben vorerst stabil. Wer sich vor Ort über die erntefrischen Produkte informieren und sich mit den Erzeugern austauschen möchte, ist auf den Höfen in der Umgebung herzlich willkommen. Nicht zuletzt, weil vom Verkauf im Hofladen mehr Ertrag beim Landwirt bleibt, als wenn er seine Produkte über den Großhandel vertreibt.